Zum Bild (v.l.n.r): Ele Schöfthaler, Regine Ludowici, Susanne Fischer, Anke Humpeneder-Graf, Bojana Moosbühler

 

Mit einer Spende über 1000 Euro unterstützt die Bürgerstiftung Landshut den weiteren Ausbau des ehemaligen Gasthofes Hollerauer zu einem Mutter und Kind-Appartementhaus. Das Appartementhaus wird vom Verein ZAK e.V. (Zentrum für Arbeit und Kultur) betrieben und bietet derzeit neun alleinerziehenden Müttern mit zusammen zwölf Kindern Unterkunft und Kinderbetreuung und damit die Rückkehr oder den Start in ein geregeltes Leben. Ele Schöfthaler, Quartiersmanagerin der sozialen Stadt Nikola und Vorsitzende des ZAK e.V. freut sich derzeit über eine Vergrößerung der Spiel- und Bewegungsräume für die Kinder, weil durch den Auszug des ebenfalls im Haus situierten Schützenvereins nun Vereinsheim und Schießstand umgebaut und zukünftig als Hausaufgaben- und Bewegungsraum genutzt werden können. Anke Humpeneder-Graf, Susanne Fischer und Bojana Moosbühler von der Bürgerstiftung Landshut konnten ihr aus dem Erlös einer Treuhandstiftung 1000 Euro übergeben, mit denen für diese Räume Spiel- und Bewegungsgeräte angeschafft werden können. Unter anderem eine Hängematte für die Kinder, wie die Haus-Leiterin, Erzieherin Regine Ludowici, erklärte: Bewegung und körperliche Erfahrungen seien essentiell für das Gedeihen der Kinder und ein wichtiges Angebot in dem Haus an der Neuen Bergstraße, das im Außenbereich nur einen kleinen Spielhof mit Sandkasten anbieten kann.

 

Mit dem SC Bavaria 20 Landshut e.V. haben wir schon vor Jahren im Rahmen unserer Schulworkshopreihe zusammengearbeitet. Der Boxclub mit seinem engagierten Vorsitzenden Oliver Wunsch  ermöglichte damals unseren Schülern Trainingsprogramme im Rahmen der Nachmittagsbetreuung. Am 12. November konnten diesmal wir den Boxclub bei seinem „Tag der offenen Tür“ unterstützen und uns zugleich als Bürgerstiftung präsentieren. Die Vorsitzende des Siftungsrates, Susanne Fischer, beantwortete im Interview Fragen zur Arbeit, zur Struktur und zu den Zielen der Stiftung

 

In enger Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landessportverband (BLSV) arbeitet die Bürgerstiftung daran, den Landshuter Migranten-Fußballverein des Vereins Voice of Africa Landshut e.V. (VALA) zu unterstützen. Aktuell bemüht sich der Verein um eine Trainerlizenz, d.h. die Ausbildung von Frank Salomon Yohou zum Mannschaftstrainer. Die bürokratischen und finanziellen Hürden können gemeistert werden, die Zusagen von Bürgerstiftung und BLSV liegen bereits vor.

Mit den Spielern der Mannschaft freuen sich (1. Reihe von links): Vala-Sprecher Mustapha al Maana, Bürgerstiftungs-Vorsitzende Anke Humpeneder-Graf, Frank Salomon Yohou und BLSV-Vizepräsident Klaus Drauschke.

 

Erstmals beteiligte sich die Bürgerstiftung heuer am LANDSHUTfest, das unter der Federführung des Freundeskreises Stadtmuseum Landshut e.V. zum siebten Mal rund um das Alte Franziskanerkloster am Prantlgarten ein Sommer-Kulturangebot für die ganze Familie bereithielt. Zum Fest gehörte ein umfangreiches Programm für alle Sinne: Das Team der Museen der Stadt Landshut bot zahlreiche Kurzführungen durch das LANDSHUTmuseum, das Kasimirmuseum und das Skulpturenmuseum an, die Neue Galerie Landshut ermöglichte Kunst zum Mitmachen.

Zentrales Thema war heuer, passend zum 200. Jubiläum, das Zweirad. Den Besuchern wurden ganz alte und ganz neue Fahrerlebnisse beschert: Mit den befrackten Herren vom Verein „Historische Räder Bruckbergerau“ konnte man gut betreut das Hochradfahren üben und die LWS Security Group war mit Ausbildern am Segway-Parcours vor Ort, wo am Ende durchaus anspruchsvolle Geschicklichkeitsrennen veranstaltet wurden.  Dazu gab es ein intensives Spiel- und Bastelprogramm für Kinder, darunter einen Fahrrad-Zeichen-Wettbewerb sowie Jonglier-, Hüpf- und Slacklinestationen im großzügigen Areal der Prantlwiese. Im Innenhof des Alten Franziskanerklosters wurde Musikalisches und Kulinarisches angeboten: Es spielte das „Duo Stadtmusekanten“ und das „Trio Feinkost“, während sich die Besucher bei Herzhaftem vom Rottmeierstand oder bei Kaffee und Kuchen von der Freundeskreistheke stärken konnten.

Die Bürgerstiftung zeichnete für das Glücksrad verantwortlich, das vor allem den Kindern viel Freude bereitete und für den Preis von 50 Cents für drei Runden eine stattliche Gewinnquote bereithielt.  Das Résumé der Bürgerstiftungsvorsitzenden Anke Humpeneder-Graf war entsprechend positiv: „Das LANDSHUTfest als Triebfeder für das Museum ist von Beginn an eine Manifestation des Landshuter Bürgerwillens und Bürgerengagements, das deckt sich ja mit unserem Stiftungsgedanken.“ Auch die Fritz-und-Maria-Koenig-Stiftung unterstützte heuer das Fest als Mitveranstalter.

 

 

 

Zu den Bildern: Das LANDSHUTfest bot zahlreiche Stationen und Attraktionen: Das Trio Feinkost auf der Bühne im alten Klosterhof; Teilnehmer und ehrenamtliche Helferinnen am Glücksrad; Fahrräder-Zeichenwettbewerb - im Hintergrund das Glücksrad der Bürgerstiftung.

 

Auf dem Bild: Im Bürgerhaus: (v.l.n.r.) Eberhard Schwarz,  Werner Baumeister, Elvira Bindrich, Dr. Ulrich Mansfeld, Anke Humpeneder-Graf, Michael Fischer 

Das Bürgerhaus als Vorbildprojekt

Zu einem Informationsbesuch kamen Vertreter der Bürgerstiftung Nagold ins Bürgerhaus Landshut. Die Stiftung, die nach der einer mittelalterlichen Wohltäterin den schönen Namen „Urschelstiftung. Bürger für Nagold“ trägt, plant nämlich ebenfalls ein Haus für alle Bürger zu entwickeln und fühlte sich vom Landshuter Bürgerhaus-Konzept angesprochen. An den bayerischen Erfahrungen wollte man daher teilhaben. Drei Vorstandsmitglieder der Urschelstiftung, Dr. Ulrich Mansfeld, Werner Baumeister und Elvira Bindrich besuchten zusammen mit Eberhard Schwarz vom Stadtseniorenrat der Stadt Nagold, die Landshuter Kollegen im Bürgerhaus, die Stiftungsvorsitzende Anke Humpeneder-Graf und den Leiter des Bürgerhauses, Dipl.-Päd. (univ.) Michael Fischer. „Als ich in Schwäbisch Hall einen Vortrag von Frau Humpeneder-Graf über das Bürgerhaus gehört habe, war ich von dem Konzept gleich begeistert“, berichtete der Nagolder Vorsitzende Dr. Mansfeld, der dann auch den Kontakt aufgenommen und viele Fragen an die Gastgeber vorbereitet hatte.

Besonders waren die Besucher an den Rahmenbedingungen der Trägerschaft interessiert, von Versicherungen bis hin zu Überlassungs- und Mietverträgen, wenn einzelne Räume oder das Gebäude für Veranstaltungen an andere Träger verliehen werden. Einige Unterschiede zwischen dem Landshuter und dem Nagolder Modell kristallisierten sich bei dem etwa zweistündigen Austausch jedoch schnell heraus: Das Gebäude, in Landshut von der Bürgerstiftung eigenverantwortlich errichtet, wird der Stiftung in Nagold von der Stadt überlassen. Soziale Arbeit soll indes dort nicht, wie das in Landshut der Fall ist, vor Ort direkt durchgeführt werden, vielmehr soll zahlreichen gemeinnützigen Einrichtungen und Vereinen der Rahmen für eine eigene Geschäftsstelle geboten werden. Die Einrichtung versteht sich als Sammelstelle für die örtlichen Vereine und Angebotsträger und als Anlaufstelle für die interessierte Bevölkerung.  Die Nagolder Stiftung, die sich das Goethewort „Es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun“, als Motto gegeben hat, stellt mit dem dort bereits im Bau befindlichen Bürgerhaus die Weichen für eine bessere Zukunft – wenn auch anders, als das die Landshuter mit der Sozialraumarbeit im Brennpunkt um die Porschestraße tun. Schnittmenge, da war man sich einig, ist in jedem Fall die Förderung des Ehrenamtes in der Region.
 

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