Bücher Pustet: Weitblick für das Bürgerhaus

 

Wie berichtet, haben sich auch die Künstler Landshuts für das Zustandekommen des Bürgerhauses eingesetzt, darunter Christine Vincon, die besonders den Lesern der Landshuter Zeitung bekannt ist, für die sie täglich die wichtigsten Geschehnisse mit ihrer Kamera festhält. Für die Bürgerstiftung hat sie die Stadt aus dem sehr seltenen Blickwinkel der Dachfenster und Dachterrassen festgehalten. In Form eines Kalenders wurden die Bilder in den vergangenen Wochen bei Bücher Pustet verkauft.
„Er war einer der großen Renner bei den Landshut-Kalendern“, freute sich Pustet-Filialleiterin Franziska Schäfer, als sie den Verkaufserlös an die Bürgerstiftung überreichte. Zum einen, so habe sie aus Gesprächen mit Kunden erfahren, liege das an seiner Größe, denn weil er nicht so riesig sei, könne man ihn gut aufhängen. Der Hauptgrund aber sei die Fotografin Christine Vincon: „Die Leute kennen sie und kaufen den Kalender, weil die in der Zeitung immer die schönen Fotos macht“. Anke Humpeneder-Graf, Vorsitzende der Bürgerstiftung, die die Einnahmen aus dem Kalenderverkauf in Empfang nahm, konnte das nur bestätigen: Christine Vincon gelte als die Fotografin, die in Landshut wirklich überall hinkomme. Und es sei ungeheuer spannend, welche Standorte sie für die Kalenderbilder über den Dächern der Stadt gewählt habe. „Im Prozess um den Bau und den Betrieb des Bürgerhauses“, so Humpeneder-Graf, „beschäftigen wir uns intensiv mit verschiedenen Perspektiven auf unsere Stadt - Landshut von oben ist da eine eher exklusive, dafür eine besonders schöne Perspektive.“
Sie bedankte sich bei Christine Vincon für die Bilder, bei der Stiftungsratsvorsitzenden Susanne Fischer für die Organisation des Kalenders und bei Frau Schäfer und Bücher Pustet für den Verkauf. An der Aktion freue sie ganz besonders, dass davon jeder etwas habe: Die Käufer einen wirklich schönen Kalender, der ihnen das ganze Jahr über Freude bereitet und die Bürgerstiftung mit den Einnahmen die Möglichkeit, eine weitere Lücke in der Bürgerhaus-Finanzierung zu stopfen. Ab sofort werden die verbliebenen Restexemplare des Kalenders bei Bücher Pustet zum reduzierten Januar-Preis von 4 Euro verkauft.

Kalenderverkauf (v.l.n.r.): Franziska Schäfer und Anke Humpeneder-Graf mit den wenigen verbliebenen Restexemplaren des Landshut-Kalenders, für den Christine Vincon die Landshuter Dachlandschaften ins Bild gesetzt hat.

Dächer CV: Landshuter Dachlandschaft aus dem Kalender von Christine Vincon.

Stephan Reisch spendet gesamte Photovoltaik für das Bürgerhaus


Es gab eine ganze Reihe von Gründen, warum Stephan Reisch, Geschäftsführer der in Altheim-Essenbach ansässigen und weltweit tätigen Firma Terrafix Anlagenbau, sich bereit erklärt hat, die gesamte Photovoltaikanlage für das Bürgerhaus zu spenden. Zur offiziellen Übergabe an den Vorstand der Bürgerstiftung legte er diese Gründe dar. 

Einer der Gründe, so Stephan Reisch, war, dass er gerne jungen Leuten das Thema der erneuerbaren Energien nahebringen möchte. Und zwar nicht nur theoretisch, sondern live zum Herzeigen. Darum soll auch noch ein Zähler eingebaut werden, der täglich die eingesparte Menge CO2 berechnet. Die auf dem Dach des Bürgerhauses und auf den dazugehörigen Carports montierte Anlage, eine Anlage von knapp 70 Kilowatt - wandele Tag für Tag die Energie der Sonne in verwendbaren Strom um. Hier könne man ansetzen, um gezielt über  Umweltthemen zu sprechen. Die Photovoltaikanlage des Bürgerhauses liefert aus Sonnenenergie etwa 70.000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Eine abstrakte Zahl, die sogleich verständlicher wird, wenn man sie umrechnet: Sie entspricht nämlich dem jährlichen Stromverbrauch von etwa 25 Einfamilienhäusern.

Selbstverständlich hätten auch soziale Themen eine Rolle gespielt, so wie wohl bei den meisten der Sponsoren des Bürgerhauses, bekannte Reisch. Auch dass es heimische Produkte seien, die er verbaut habe, sei ihm wichtig gewesen: „Bei meinen deutschen Herstellern ist die Qualität besser und der Kundendienst klappt hervorragend.“ Auch sämtliche Hersteller, etwa die Firma Schott, hätten ihre Produkte als Spenden zur Verfügung gestellt. Terrafix selbst hat sich auf den Anlagenbau und die Herstellung der patentierten Erdanker spezialisiert, mit denen etwa die Carports ohne Betonfundament auskommen. 

Die Stiftungsvorstände, Anke Humpeneder-Graf, Ulf-Arne von Trotha und Prof. Dr. Thomas Küffner, bedankten sich herzlich für die großzügige Spende, die Humpeneder-Graf „eine der Säulen des Bürgerhauses“ nannte. Küffner erinnerte daran, dass Stephan Reisch es gewesen sei, der überhaupt erst die Idee hatte, das Haus zu einem Teil über die PV-Anlage zu finanzieren. Dank dieser Anlage konnte die Bürgerstiftung einen Baukredit aufnehmen, der vom Einspeiseertrag abbezahlt wird.

 

Zum Bild (v.l.n.r.): Erneuerbare Energien dank großzügiger Spende: Ulf-Arne von Trotha, Anke Humpeneder-Graf, Stephan Reisch, Prof. Dr. Thomas Küffner.

Weihnachtsspende für das Bürgerhaus

 

Die alljährliche Weihnachtsspende der Altfraunhofener Firma Petermaier Verputz GmbH überreichte Hans Petermaier in diesem Jahr der Bürgerstiftung Landshut in den neuen Räumen des Bürgerhauses. Mit den 1000 Euro wolle man zur Finanzierung des Baus beitragen, der komplett aus Spendengeldern und ehrenamtlichen Leistungen zustande gekommen sei. Dabei hob er das Ziel des Hauses hervor, als Anlaufstelle all jenen zu dienen, die es im Leben nicht ganz so leicht hätten. Es passiere in unserer Zeit sehr leicht, dass Menschen unverschuldet durch das Raster fallen. Er selbst kenne einige Bewohner des Quartiers rund um das Bürgerhaus: „Das waren immer anständige Leute, wir hatten nie Probleme miteinander.“ Auch auf der Baustelle, wo er am Innen- und am Außenputz mit einigen Mitarbeitern über mehrere Wochen beschäftigt gewesen sei, habe es zu keiner Zeit Schwierigkeiten mit den Bewohnern der Umgebung gegeben, er habe im Gegenteil den Eindruck gehabt, dass die Menschen positiv gespannt auf das Bürgerhaus waren.

Anke Humpeneder-Graf, die Vorsitzende der Bürgerstiftung, bedankte sich herzlich für die großzügige Spende und bestätigte den Eindruck Petermaiers: „Die Baustelle stand jetzt über ein Jahr lang offen und es ist weder etwas gestohlen worden, noch haben wir Vandalismus in irgendeiner Weise zu beklagen.“ Auch die Zusammenarbeit mit den Handwerkern, darunter Petermaiers Putzkolonne, sei sehr erfreulich gewesen. Jetzt freue sie sich darauf, dass das Haus bald seinen offiziellen Betrieb aufnehme.

Zum Bild (v.l.n.r.): Anke Humpeneder-Graf bedankt sich bei Hans Petermaier für die Spende für das Bürgerhaus Landshut.

Edle Möbel für ein besonderes Haus

 

Mit ausgesuchten Qualitätsmöbeln wurden mehrere Räume des Bürgerhauses in diesen Tagen ausgestattet. Michael Kless, Inhaber von Kless Wohn- und Objektdesign in der Seligenthalerstraße, zeichnet nicht nur für die Einrichtungsplanung, sondern auch für den größten Teil der losen Möblierung verantwortlich. Ausgesuchte Einrichtungsgegenstände im Wert von mehr als 10.000 Euro überreichte er der Bürgerstiftung als Spende. „Das Projekt der Bürgerstiftung Landshut, nämlich ein Bürgerhaus in einem sozial schwachen Stadtteil zu errichten, hat uns spontan angesprochen. Als Einrichtungshaus war es für uns ein Anliegen, für dieses zukunftsorientierte Bauvorhaben einen Großteil der erforderlichen Möblierung zu spenden und somit unseren Beitrag dazu leisten, dass jene, die eher auf der Schattenseite stehen, sich in diesem transparenten und offenen Gebäude wohl und angenommen fühlen, weil sie eben auch dazugehören“, sagte Michael Kless.

Anke Humpeneder-Graf, die Vorsitzende der Bürgerstiftung Landshut, freute sich über die mit den herausragenden Möbeln geschaffene Aufenthaltsqualität: „Vor allem war uns wichtig, dass es überall hell und freundlich ist, die Blicke fallen ins Grüne und überall ist eine großzügige Weite spürbar, trotz der Enge des Wohnviertels. Dass wir jetzt bei der Möblierung dieser Idee von Qualität und Leichtigkeit treu bleiben können, das verdanken wir der äußerst großzügigen Spende Ihres Designhauses.“ Schrank- und Regalwände, Tische, Schreibtische und Bestuhlungen namhafter Hersteller, die nicht nur ausgesprochen formschön, sondern ebenso strapazierfähig sind, gestalten mittlerweile die Büro- und IT-Räume, die Lehrküche, die Hausaufgabenbetreuung und den fördernden Schülertreff. Darunter, wohldurchdacht, der Stuhlklassiker von Vitra: Der Eames Plastic Side Chair der Designer Charles & Ray Eames ist die zeitgemässe Produktion des legendären Fiberglass Chair, der 1950 für den "Low Cost Furniture Design" Wettbewerb des Museum of Modern Arts entstand und der erste industriell gefertigte Stuhl aus Kunststoff war.

Zum Bild: Anke Humpeneder-Graf und Michael Kless auf Vitra-Stühlen in der Bürgerhausküche: Wohn- und Objektdesign Kless spendet Möbel im Wert von mehr als 10.000 Euro.

Superlative für das Bürgerhaus

Sollte es in dieser Stadt noch irgendwo Zweifel am Projekt Bürgerhaus und dessen Rückhalt in Landshut Bevölkerung gegeben haben, so ist damit seit Montagabend Schluss: Die Einweihung des Bürgerhauses an der Porschestraße wurde zu einer Demonstration bürgerlichen Engagements. Die Vielzahl an Unterstützern jeglicher Couleur, die gekommen war, rang sogar Oberbürgermeister Hans Rampf größten Respekt ab: „So etwas habe ich in den letzten 30 Jahren nicht erlebt.“ Seit gestern nun steht das Bürgerhaus den Anwohnern im Quartier offen.

Hans Rampf, Oberbürgermeister der Stadt Landshut

Für die Bürgerstiftung war es zum Bürgerhaus ein alles andere als leichter Weg. Umso mehr strahlten am Montag Abend die Verantwortlichen, allen voran Anke Humpeneder-Graf, Vorsitzende der Bürgerstiftung. Angesichts der weit über hundert Gäste konnte sie sich vor Glückwünschen kaum retten, gab gleichzeitig aber auch viel Dank und Lob weiter. Denn die Idee Bürgerhaus wäre ohne die vielen Sponsoren, Spender und Helfer nie Realität geworden, so der Tenor „sich einer Sache anzunehmen, ist das eine. Aber Menschen zu finden, die sich anstecken lassen und diese Sache auch zu ihrer machen, ist viel schwieriger“, sagte Humpeneder-Graf in ihrer Rede. Die Beteiligten hätten damit gezeigt, dass dieses Viertel die Sache aller ist. Ihr Wunsch sei es, dass dieses Viertel zu mehr Licht und weniger Schatten hin verändert wird.

Bekanntlich wohnen rund um die Porschestraße zahlreiche Menschen am sozialen Rand. Deshalb kommt es dort immer wieder zu Problemen und Konflikten. Eben dort soll die Arbeit des Bürgerhauses künftig ansetzen. Seit Mitte November arbeitet Julia Witzke als Sozialpädagogin im Bürgerhaus.

„Ein gewaltiges Projekt“, nannte Humpeneder-Graf das Bürgerhaus, das auch das Vereinsheim des FC Eintracht beherbergt. Der Vereinsvorsitzende Herbert Szwajda sprach von einer harten Zeit, die hinter allen Beteiligten liege. Doch nun sei es Vollbracht, sagte er mit Blick auf den eine Million Euro teuren Bau.

Wesentliches Erfolgsrezept auf der Suche nach Unterstützern und Sponsoren war laut Humpeneder-Graf die geringe Schnittmenge, die sie und die beiden anderen Vorstandsmitglieder, Prof. Dr. Thomas Küffner und Ulf von Trotha, hatten. „Damit erreichen wir eine maximale Abdeckung von Fähigkeiten und Netzwerken“, sagte Humpeneder-Graf. Und tatsächlich: beim Blick in den voll Besetzten Saal wurde deutlich, dass die Unterstützer des Bürgerhauses nahezu alle Bereiche der Landshuter Gesellschaft abdecken.

Alois Meier, Dominik-Brunner-Stiftung

Das hob auch Oberbürgermeister Hans Rampf hervor: „Das hier ist klassisches bürgerliches Engagement“. Normalerweise seien bei solchen Anlässen immer: „die gleichen Verdächtigen“ da, diesmal sei es aber anders. Hier seien alle zusammengekommen. Das Bürgerhaus nannte er ein „Prunkstück“. Und auch Alois Meier, Vorsitzender der Dominik-Brunner-Stiftung, die das Projekt von Beginn an Förderte, zeigte sich beeindruckt, was geschaffen wurde. „Wir sind stolz, dass wir dazu beitragen konnten“, sagte er. Der Lobesreigen für des Bürgerhaus und die Bürgerstiftung war damit aber noch lange nicht vorbei. „Ein Leuchtturmprojekt“, nannte es Claus Girnghuber, Aufsichtsratsvorsitzender der Erlus AG und Geschäftsführer der Firma Gima, in seinem Grußwort. Die Bürgerstiftung habe ein gutes Beispiel dafür gegeben, dass alle Menschen Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen müssten. Pfarrer Thomas Kratzer und Dekan Siegfried Stelzner segneten das Bürgerhaus. Stelzner, selbst Mitglied des Stiftungsrates der Bürgerstiftung, blickte dabei auf die Anfänge zurück, als das Projekt Bürgerhaus vorgestellt wurde. Aus dem Traum sei nun Realität geworden. „Ich wünsche mir, dass das Bürgerhaus zum Segen für den Stadtteil und die Stadt wird.“ Stelzner sprach aber auch einen wunden Punkt in der noch jungen Geschichte des Bürgerhaus an: die Misstöne zwischen der Stiftung und dem Stadtjugendring (SJR). Ihn schmerze es sehr, dass es zwischen beiden keine Einigung gab. Umso mehr hoffe er, dass die Gespräche und Verhandlungen weiter gehen. Pfarrer Kratzer lenkte die Aufmerksamkeit noch mal auf das Gemeinsame. Er freue sich, dass dich so viele Menschen dieser Sache angenommen haben.

Trotz vieler Reden war auch noch Zeit für Musik, für die Magdalene Barnerßoi und Constanze Graf sorgten. Optisch hat das Bürgerhaus auch schon etwas zu bieten: Peter Litvai stellt Fotos vom alten Vereinsheim des FC Eintracht aus, das dem Bürgerhaus gewichen ist.

Zu den Bildern:

Ganz oben: Stiftungsvorsitzende Anke Humpeneder-Graf und Eintracht-Boss Herbert Szwajda bekamen von Pfarrer Thomas Kratzer und Dekan Siegfried Stelzner nach der Segnung gläserne Kreuze für das Vereinsheim und das Bürgerhaus-Bistro.

Mitte und Unten: Oberbürgermeister Hans Rampf und der Vorsitzende der Dominik-Brunner-Stiftung, Alois Meier, waren voll des Lobes für die Leistung der Stiftungsvorsitzenden.

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